Träume – mein schlimmster Albtraum

Hallo!

Ich finde ja, dass Träume etwas sehr persönliches sind und man dass man sie eigentlich nur selber deuten kann, weil man weiß, was einen beschäftigt und woher die Träume kommen – das können schließlich Dinge sein, die sonst niemand weiß: Man ist in jemanden verliebt oder ganz banale Sachen wie ein Film, den man gerade gesehen hat, beschäftigt einen noch. Oder irgendwelche Situationen, die besonders waren, spiegeln sich in den Träumen wieder, Wünsche und Ängste, die man hat.

Die Ängste drücken sich auch in normalen Träumen aus – besonders aber natürlich in Albträumen. Jetzt ist es bei mir aber so, dass ich über Jahre hinweg immer mal wieder, wenn auch sehr selten, den gleichen Albtraum habe. Bzw. – es ist nicht immer der gleiche – nur die Art ist gleich und ganz anders als alles, was ich sonst jemals geträumt habe.

Normalerweise ist es bei mir so, dass ich ziemlich reale Dinge träume, immer mit realen Menschen, die ich in Wirklichkeit kenne. Und ich träume immer in Farbe. Manchmal wird es auch ein bisschen Fantasy-mäßig, wenn plötzlich Aliens riesige Fußabdrücke im eigentlich nicht vorhandenen Garten unserer Schule hinterlassen. Aber eigentlich spielt es immer in der realen Welt mit realen Menschen und mehr oder weniger realen Situationen. Und ich bin auch immer eine Person, meist auch ich selber – und meistens sehe ich das Geschehen auch aus meinen Augen heraus.

Das alles gilt aber nicht für diese Art von Albtraum, die ich seit Jahren immer mal wieder habe, die auch die einzige Art von Albtraum ist, die ich überhaupt noch habe und mit Abstand die schlimmste Art, die ich je geträumt habe. Und das ist einfach so anders und für mich so unerklärlich, so undeutbar, dass ich es euch erzählen muss.

In diesen Albträumen gibt es keine Menschen, keine Tiere, keine Pflanzen, nichts von dieser Welt – nicht einmal die Welt selbst. Ich selber bin mehr ein Bewusstsein als ein Körper. Die „Welt“, in der das ganze spielt, hat keine Farben – alles ist schwarz, weiß oder grau. Anstatt von Lebewesen oder irgendetwas natürlichem, gibt es nur leblose Formen und Körper (keine menschlichen – Körper wie z.B. Kugeln und Quader, wobei es auch hauptsächlich Flächen und Kugeln sind). Manchmal ist es doch wie auf einer Welt, aber dann sehe ich plötzlich alles auf einmal und außen herum ist nichts. Einfach nichts, vielleicht schwarz, vielleicht weiß – einfach nichts. Naturgesetze gelten hier nicht mehr.

Eine Sache war immer gleich: Zeitdruck, Flucht und Panik waren durchgängig da. Oft habe ich versucht „wegzurennen“, aber ich kam kaum vom Fleck (immerhin das dürfte jedem bekannt sein). Das und die Tatsache, dass ich diese Formen und Körper auf den Tod nicht abhaben konnte, dass sie mich gequält haben, weil ich sie so schrecklich fand, einfach dieses Gefühl – machen das Ganze zu dem schlimmsten aller Albträume. Alles, was ich in so einem Traum will, ist weg. Einfach nur weg.

Der letzte Traum dieser Art war noch etwas anders – es gab so etwas wie eine Handlung. Es gab etwas Böses, eine Masse, eine Kugel – ich weiß es nicht genau. Und ich musste verhindern, dass es an die Oberfläche kam – denn dann würde es wachsen, und wachsen und wachsen, bis es so groß war wie alles nur Vorstellbare und noch Größer – und alles wäre weg, zerstört – zusammen mit mir. Dementsprechend war ich auch da wieder total Panik und Zeitdruck und Hektik und eigentlich bräuchte man viel stärkere Worte, um dieses Gefühl ausdrücken zu können. Jedenfalls habe ich es nicht geschafft, es zu verhindern, es kam an die Oberfläche, es wuchs, überrollte alles und wuchs weiter, ich habe versucht es irgendwie aufzuhalten, diese riesige, grundböse Kugel, aber ich wusste, dass sie nicht aufgehalten werden konnte und hatte solche Angst, solche Panik, und irgendwann hatte ich eine Idee, musste nur zur Kugel hinkommen, hab es aber nicht geschafft – und alles war von dieser Kugel eingenommen, ich hatte versagt – und bin aufgewacht.

Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben, dass ich empfinde, wenn ich diese Kugeln /… im Traum sehe – es ist nicht bloß die Kugel. Ich dachte, vielleicht wäre es auch das Material, die Beschaffenheit der Oberfläche – aber das trifft es auch nicht. Es ist, als wäre in diesen Gebilden, den Formen, Flächen und Körpern, etwas abgrundtief Böses, dass mich so abstößt, mich anekelt, mich quält – nicht mit Schmerzen, sondern einfach, weil es so unangenehm ist. Ich kann es einfach nicht in Worte fassen, aber es ist schrecklich.

Ich habe schon etliche Male versucht, diese Träume zu verstehen und habe auch schon versucht mit Freunden und Familie darüber zu sprechen – aber das hat alles nichts gebracht. Manchmal passiert es mir auch, dass ich im wachen Zustand in der realen Welt in irgendeiner Situation das gleiche Gefühl wie in diesem Träumen spüre – aber nur ganz kurz, dann ist es sofort wieder weg. In dem Moment, in dem ich es spüre, weiß ich genau, dass es das aus den Träumen ist, aber sobald es vorbei ist, weiß ich schon nicht mehr genau, wie es sich angefühlt hat. Am Anfang hatte ich Angst davor und habe mich erschrocken, wenn es mir in der realen Welt passiert ist (auch wenn es nur 1 Sekunde lang war), irgendwann habe ich angefangen, zu versuchen, es nochmal heraufzubeschwören – was mir tatsächlich kurz gelungen ist. Das Problem ist, dass mir das in völlig alltäglichen, völlig harmlosen und normal Situationen passiert, die ich schon tausendmal genauso erlebt habe – ich habe also keine Ahnung, woher es kommt. Es ist einfach plötzlich da, wenn es auch sehr selten passiert.

Dieses Gefühl ist es einfach, was diese Träume zu Albträumen macht und so viel schlimmer als alle anderen „normalen“ Albträume mit „normalen“ Monstern oder Ähnlichem.

Das ist auch ein Grund, warum ich das Klarträumen lernen will – damit ich solche Träume dann abbrechen oder verändern kann.

Wenn jemand von euch so etwas ähnliches kennt oder irgendeine Idee zu diesen Träumen hat – nur zu, ich bin gespannt.

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4 Kommentare zu “Träume – mein schlimmster Albtraum

  1. Meine wirklich ganz spontane Eingebung: Die Darstellung des Gefühl der Menschen in der Stadt während des Expressionismus ähnelt sehr stark dem, was du beschreibst – die Stadt (Gebäude, Strassen u.s.w.) wird vermenschlicht, der Mensch selbst wird zum Ding, verliert in der Kunst seine Menschlichkeit und wird durch kubische Figuren dargestellt. Dein Albtraum könnte etwas Ähnliches bedeuten, vielleicht dass du das Gefühl hast, alle um dich herum verlieren ihre Menschlichkeit und du kannst mit den gesellschaftlichen Anforderungen an den Menschen als Maschine nicht mithalten? Das ist natürlich wirklich einfach eine Idee, ich kenne dich ja überhaupt nicht. Hab einfach gedacht ich schreibs mal, weil ich mir den Traum wirklich schlimm vorstelle… Alles Gute!

    • Danke für deine Antwort! Und ja, das kommt tatsächlich hin, deine Beschreibung, dass der Mensch als kubische Figur dargestellt wird… auch wenn mir die Interpretation doch etwas schwer fällt, auf mich zu beziehen ;) Allerdings stimmt es doch auch, dass ich Angst habe, mit bestimmten Anforderungen nicht mithalten zu können, bezogen auf Wünsche für meine Zukunft (Schauspielen, falls du meinen Blog nicht kennst). Das könnte durchaus ein Grund sein.
      Dankeschön :)

      • Liebe An, bitteschön! Der Expressionismus war sowieso eine interessante Zeit, vielleicht magst du dich ja ein bisschen damit beschäftigen und findest nebenbei auch noch etwas über dich selbst heraus? Und der Schauspielerei kann es ja auch nicht schaden ;-) Liebe Grüsse, Jeanette

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