Schauspielen – Workshop mit Manuel Harder

Hallo!

Letztens war ich wieder auf einem Workshop, diesmal geleitet von dem Schauspieler Manuel Harder (der hat sogar einen Wikipedia-Eintrag… :D). Und der. War. Einfach. Hammer!! Also ich war ja inzwischen schon bei ein paar Workshops und abends öfter mal beim Offenen Schauspieltraining, aber das war schon echt toll. Manuel Harder hat das wirklich toll gemacht und ist auch einfach ein klasse Schauspieler. Also in einem Stück spielen gesehen habe ich ihn noch nicht (er hat aber dafür gesorgt, dass ich im Juni ein Stück mit ihm ansehen werde), aber während des Workshops brach es eben dann doch immer mal aus ihm heraus. Man hat auch wirklich gemerkt, wie viel Spaß im das Ganze macht. Manuel Harder ist insgesamt auch sehr locker, witzig und … also ich bewundere ihn schon irgendwie.

Der Workshop an sich war einfach super gemacht. Angefangen haben wir damit, dass wir uns erst einmal alle vorgestellt haben. Dabei hat Manuel Harder dann angefangen, einen Rhythmus mit dem Fuß vorzugeben, den wir anderen dann übernommen und ergänzt haben. Dabei haben wir dann gleich schon geübt, uns gleichzeitig auf den Rhythmus und auf das Zuhören bzw. Sprechen zu konzentrieren.

Danach wollten wir eine Aufwärmübung machen. Manuel Harder hat angefangen sie zu erklären und jemand anderes hat eingeworfen, dass er die Übung kennen würde – es war dann zwar eine andere, aber die haben wir dann auch noch kurz gemacht: Alle schließen die Augen. Irgendjemand fängt an und sagt 1. Der nächste sagt 2 und immer so weiter – allerdings kann man sich ja nicht absprechen, da man die Augen geschlossen hat und sobald eine Zahl gleichzeitig gesagt wird, muss man wieder von vorne anfangen. Das ist gar nicht so einfach! Danach haben wir dann (weiterhin mit geschlossenen Augen) uns zusammen eine Geschichte ausgedacht, indem jeder einen Satz gesagt hat und alle sich das bildlich vorgestellt haben. Irgendwann sind wir dann auch dazu (immer noch mit geschlossenen Augen) durch den Raum gelaufen und Manuel Harder hat noch einen Scheinwerfer in dem ansonsten dunklen Raum angeschaltet – was gut zu der Sonne in unserer Geschichte gepasst hat.

Anschließend haben wir ein paar Übungen gemacht. Alle standen im Kreis und wir haben mit Klatschen an irgendwen im Kreis ein „Ha!“ weitergegeben, dann irgendeinen Satz und dann ein bekanntes Film- oder Theaterzitat. Dann ist es passiert, dass einem Mädchen kein Zitat eingefallen ist, als der Impuls an sie weitergegeben wurde. Erst hat sie überlegt, dann etwas schüchtern/peinlich berührt/… gesagt, dass sie sich mit Filmen nicht so auskennen würde. Manuel Harder hat sie aufgefordert, dass nochmal lauter zu sagen, woraufhin sie das gleich absichtlich weinerlich gesagt hat – und auf Manuel Harders Aufforderung das auch noch ausgebaut hat, bis sie dort stand, schluchzend und jammernd, sie könne halt nicht so gut mit Filmen und das täte ihr jetzt auch so leid, dass wir jetzt alle auf sie achten müssten. Und wieder auf eine Aufforderung hin schlugen ihre Gefühle dann in Wut um und sie meinte, wir hätten das aber ja auch wissen können, und überhaupt! :D Allein schon so etwas finde ich toll, dass Manuel Harder eben solche Situationen direkt genutzt und ausgebaut hat. Und er hat uns eben auch immer erklärt, wozu etwas gut ist, warum wir etwas Bestimmtes machen und warum etwas anderes vielleicht besser gewesen wäre.

Dann haben wir ein Aufwärmspielchen gemacht, bei dem an jemanden ein Impuls gegeben wird, der die Amre dann hoch über den Kopf hält und „Sa“ sagt, die beiden nebendran schlagen mit imaginären Samureischwertern auf ihn und sagen „Se“, die Person in der Mitte nimmt die Arme wieder runter, schleudert damit den Impuls zu der nächsten Person und sagt dabei „Su“. So geht es dann immer weiter, bis irgendjemand einen Fehler macht und rausfliegt. Am Ende gibt es nochmal eine Extraregelung, wenn nur noch zwei übrig sind – habe ich aber schon wieder vergessen :D Die Gewinnerin sollte dann jedenfalls in der Mitte stehen bleiben, während sich alle anderen in einem großen Kreis auf Stühlen um sie gesetzt haben. Wir haben sie dann beobachtet, sollten dann unsere innere Einstellung zu feindselig/neidisch/… ändern, während sie in der Mitte sich eben gedreht hat uns angesehen hat, dann zu wohlwollend/nett/…. Ich sollte mir dann genau ihre Haltung angucken und mich selber dann so in die Mitte stellen, wie sie vorher dort gestanden hatte und mich genauso auch im Kreis drehen. Dann sollte ich ich selber werden und mich drehen, während die anderen mich beobachtet haben, dann sollte ich die anderen beobachten. Das macht einen großen Unterschied! Dann haben wir wieder gewechselt – irgendwer hat meine Haltung übernommen und ich sollte versuchen aus dem Gedächtnis heraus die Position dieser Person zu übernehmen. Das gleiche Spielchen wieder und dann sollte irgendwer die Situation kommentieren, dann jemand etwas dazu singen und dann jemand die Gedanken desjenigen in der Mitte aussprechen.

Danach haben wir uns in einen Halbkreis gesetzt und vorne auf die Spielfläche einen Stuhl gestellt. Die Frage: Was ist das? Wir haben dann verschiedene Begriffe eingeworfen und dann irgendwann den genauerer Anweisung bekommen – Was ist das, aus der Sicht eines 5-jährigen Kindes? Da kamen dann ganz schön viele Dinge zustande (meine Lieblingsdefinition: „Der einzige Platz, an dem keine Lava ist“ :D). Dann sollte irgendwer anfangen und einfach zum Stuhl gehen, damit wie ein 5-jähriges Kind spielen (1 Sache!), bis irgendjemand dazukommt. Die beiden spielen dann kurz zusammen weiter, dann geht die erste  die erste Person und die zweite ändert die Bedeutung des Stuhls. Und immer so weiter. Dabei gab es dann Sachen wie „Thron“, „Fahrbahn für Spielzeugauto“ „Piratenschiff“ „Hoher Fels, der erklommen werden muss“, „Höhle“, „Etwas, hinter dem man sich verstecken kann“, „Roller“ und vieles mehr. Das war schon wirklich lustig.

Dann sind wir durch den Raum gelaufen (in einem bestimmten Bereich), immer zu einem Ziel, dann zum nächsten und sollten dabei eine gemeinsame Geschwindigkeit finden. Die sollten wir dann gemeinsam erhöhen, bis wir fast durch den Raum gerannt sind, das Feld, auf dem wir uns bewegen durften, wurde dann auch noch verkleinert – wir sollten uns allerdings nicht berühren. Dann sollten wir auch gemeinsam auf wieder größerem Raum langsamer werden. Danach sollten wir nochmal schnell laufen und uns dabei den anderen hetzenden Personen bewusst sein und uns eine Geschichte dazu ausdenken, wohin wir gerade hetzen, warum – mit allen möglichen Kleinigkeiten. Auf ein Klatschen hin sollten wir alle stehen bleiben, Manuel Harder hat einen Namen genannt und diese Person hat dann ihre Geschichte erzählt, er hat nochmal nach einigen Einzelheiten gefragt. Das haben wir dann nochmal gemacht, aber diesmal sollten wir langsamer werden.

Danach sind wir wieder stehen geblieben. Jemand sollte dann einen Rhythmus vorgeben, die anderen sind eingestiegen. Dann hat irgendjemand angefangen, ein Lied zu singen, dass die anderen dann mitgesungen und verstärkt haben. Das haben wir zweimal gemacht, beim zweiten Mal natürlich anders und dann sollten wir das auch zu einem Kriegsgeschrei steigern und zusammen in einem Rhythmus in einem Pulk dazu auf der Stelle springen, in Erwartung des Feindes, der gerade auf uns zu gerannt kommt.

Danach haben wir Mittagspause gemacht (zwischendurch gab es auch immer mal kurz Pausen) und danach haben wir Zweier- bzw. Dreiergruppen gebildet und uns an Schultern geschoben bzw. mit um den Nacken des anderen gelegten Händen gezogen – dabei dann auch irgendwann die Sätze „Wie geht es dir?“ und „Mir geht es gut“ entsprechend gesagt. Danach haben wir mit Text gearbeitet. Die Gruppen haben je einen Textausschnitt aus dem Stück „Gefährliche Liebschaften“ (wird gerade im Schauspielhaus Frankfurt aufgeführt, Manuel Harder spielt dort mit) bekommen und sollten den dann in einer Arbeitsphase inszenieren. Als die Zeit um war, haben die Gruppen das dann vorgeführt und Kritik und Anregungen von den anderen bekommen und nochmal konkrete Tipps von Manuel Harder. Daraufhin fing dann die nächste Arbeitsphase an, in der wir die Inszenierung noch einmal verändert/verbessert haben und danach eben wieder aufgeführt. Dann gab es wieder eine Rückmeldung und nochmal ganz direkt von Manuel Harder, warum dies und jenes vielleicht nicht so gut war, oder was er besonders gut fand und warum. Dann war die Zeit leider schon wieder zu Ende.

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Ein Kommentar zu “Schauspielen – Workshop mit Manuel Harder

  1. Pingback: Theater – Gefährliche Liebschaften | Filme & Bücher

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