Urlaubstagebuch – Tag 10 – mit der Fähre nach Belaggio

Tag 10 (Di) – mit der Fähre nach Belaggio

Das Wetter ist schön, wir sind an einem großen See – da muss man auch mal mit einem Schiffchen fahren. Wir haben uns entschieden, dass wir mit der Fähre über Varenna nach Belaggio fahren – mit dem Auto einmal um den See wäre auch viel zu weit.

Allerdings hatte ich erst mal ziemlich schlechte Laune, weil morgens alles mögliche schief gegangen ist. Abgesehen von den bescheuerten Kontaklinsen, die mal wieder beim Einsetzen höllisch wehgetan haben, habe ich zum Beispiel versucht, mich und meinen Sonnenbrand auf Beinen, Schultern, Armen und Bauch (also überall) mit Sonnencreme einzuschmieren – nur dass es eher bei dem Versuch geblieben ist. Denn erst wollte nichts aus der Tube raus, und dann macht es plötzlich – obwohl ich kaum gedrückt habe! – PFLATSCH! – und alles ist voll. Mein T-Shirt, meine Hose, meine Beine, der Stuhl, auf dem ich saß, der Boden, meine Hausschuhe, meine Hände – einfach alles. Und so einen Sonnencreme-Fettfleck bekommt man leider auch nicht so einfach wieder aus dem T-Shirt raus. Also habe ich mich dann schon mies gelaunt wieder umgezogen und alles saubergewischt. Super.

Irgendwann sind wir dann losgefahren und haben einen günstigen Parkplatz gesucht. Auch gefunden, allerdings war der dann noch eine Ewigkeit von der Anlegestelle der Fähre entfernt und wir waren sowieso schon spät dran. Also sind wir unter der Sonne durch ganz Menaggio gerannt. Um dann festzustellen, dass die Uhrzeit auf unserem Plan nicht stimmte und die Fähre erst 10 Minuten später ablegen würde. Klasse. Auf der Fähre selber war es dann aber ganz schön, der Wind war angenehm kühl und wir sind tatsächlich heil auf der anderen Seite des Sees angekommen.

Wir sind dann durch Belaggio gelaufen, haben Mittags zwischen all den überteuerten Restaurants tatsächlich in einer Seitengasse einen Mini market gefunden und dort unser Mittagessen gekauft (die hatten tatsächlich dunkle Brötchen! Nicht nur dieses ganze Weißbrotzeugs wie überall sonst in Italien).

Danach haben wir dann wieder einmal eine Ewigkeit nach einer Toilette gesucht. Als wir sie dann gefunden hatten, waren wir erst einmal etwas überfordert, denn diese öffentlich Toilette war so kompliziert, dass sie auf vier verschiedenen Sprachen jeweils eine Seite Anleitung hatte. Klasse. Im Grunde musste man 50 Cent in einen Schlitz neben der Tür einwerfen, damit diese dann aufging. Dann konnte man alleine (!) dort hineingehen. Etwas zum Abschließen gab es nicht, das hat die Tür automatisch gemacht. Nur, dass außen auf der Anleitung stand, dass man auf einen Knopf neben der Tür drücken soll, um diese wieder zu öffnen, und den gab es einfach nicht. Was es aber sehr wohl gab, war ein SOS Hilfeknopf, der praktischerweise auch von der Toilette aus erreichbar war. Weniger praktisch war, dass er so platziert worden war, dass das Klopapier darüber hing und ihn verdeckte. Und wenn man das nicht wusste und nicht aufpasste, dann konnte es leicht passieren, dass man den aus Versehen drückte. Weiterhin gab es in dieser Kabine keine Spülung. Aber außen stand ja etwas von automatisch, also gut. Das nächste Abenteuer war dann das Händewaschen – ich kam mir ein bisschen wie bei Wallace und Gromit vor, denn sobald man auf den Knopf zum Händewaschen gedrückt hatte, schoss ganz kurz Wasser aus einer Düse, dann sofort jede Menge Flüssigseife mit ziemlich viel Energie heraus, und direkt wieder Wasser. Okay. In der Kabine durfte man auch nur genau 15 Minuten sein. Dann musste man draußen sein. Wir haben überlegt, was dann wohl passiert, wenn man länger drin ist. Geht die Tür dann auf? Oder geht die automatische Spülung an? Denn das war dann das nächste Phänomen – das Ding, das sich Toilette nannte, hat dann nämlich (sobald man draußen war und die Tür hinter sich geschlossen hatte) nicht nur die Toilette gespült, sondern gleich die ganze Kabine unter Wasser gesetzt. Also nicht wirklich, aber ungefähr so sah es hinterher aus. Und dafür hat sie auch ganze 70 Sekunden gebraucht, wie uns die Anzeige draußen netterweise auf Italienisch anzeigte, die der nächste dann draußen warten musste. Oh man.

Wir sind dann noch durch die Stadt und auch am See entlang gewandert, haben uns zwischendurch ein bisschen an den See gesetzt und gelesen und haben die schönen alten Gässchen in der Stadt und die Blümchen am Seeufer bewundert. Doch, das war schon schön.

Blumen am Seeufer in Belaggio

Blumen am Seeufer in Belaggio

 

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