Schauspielen – Workshop ‚Grundlagen der Schauspielkunst mit Verena Bukal und Martina Droste‘

So, die neue Spielzeit hat begonnen, es geht wieder mit dem Jugendclub des Theaters weiter. Vor ein paar Wochen war ich auch schon beim Infotreffen, jetzt war ich am 11.10. beim ersten Workshop.

Und ich bin so glücklich, dass ich zu diesen Workshops und dem Schauspieltraining dort gehen kann und es so wenig kostet, weil ich dort einfach glücklich bin, ich fühle mich dort so verdammt wohl, es macht immer so viel Spaß, man kann einfach man selber sein und dann wieder jemand ganz anderes – und obwohl es doch auch anstrengend ist, bin ich danach immer so mit innerer Ruhe erfüllt und einfach glücklich… Das ist so verdammt schön. Mag sich kitschig/…  anhören, ist aber einfach so und dafür bin ich dankbar.

Begonnen hat das Ganze damit, dass wir uns alle erst einmal vorgestellt haben, indem wir unseren Namen, unsere Lieblingsschuhe (:D) und unsere Erwartungen genannt haben. Die Schauspielerin Verena Bukal hat sich dann auch vorgestellt, wer sie ist und wo sie so mitspielt.

Dann sind wir, wie üblich, erst einmal ein bisschen durch den Raum gelaufen. Wir sollten schnelle laufen, dann langsam, dann die eine Hälfte so, die andere so und auf ein Signal hin schnell wechseln, ohne gegeneinander zu laufen. Dann sollten wir so laufen, als ob wir sehr schwer wären, sehr leicht, sehr groß, sehr klein, sehr dick, sehr dünn, wie ein Roboter, wie eine Fee, wie eine Seiltänzerin, wie ein Zirkusbär und zuletzt wie ein Clown.

Bevor wir mit diesem Clown weiter gemacht haben, war erst einmal eine Feldenkrais-Übung gemacht. Dazu haben wir uns auf den Rücken gelegt, die linke Hand an den Hinterkopf, den Ellenbogen zur Decke, die Beine aufgestellt. Mit der rechten Hand dann an der Innenseite des Beins entlang über den Fußrücken um den rechten Fuß fassen, Daumen bei den anderen Fingern. So dann dieses Bein ein paar Mal anheben. Das ganze dann mit der linken Hand am linken Fuß. Dann mit rechts-rechts den Fuß nur ein bisschen heben, den Kopf dabei mit einrollen, also beides zur Körpermitte hin. Dann durch Einrollen des Kopfes und Neigung des Oberkörpers (merkt man dann, wie) das Knie auf die linke Seite des Arms bekommen. Kling erst einmal ein bisschen kompliziert, ist es aber nicht. Das alles auch wieder mit links. Ausstrecken. Dann hinsetzen, Beine ausstrecken, mit der linken Hand abstützen, mit der rechten den Fuß wieder greifen, genauso wie vorher (über Innenkante des Beins, über den Fußrücken und die Fußsohle) und wieder ein paar mal zusammen mit dem Kopf ein paar Zentimeter zur Körpermitte bringen. Dann auch wieder versuchen, den rechten Fuß höher zu heben und auf die rechte Seite des Arms zu bringen, wieder auf dem Boden absetzen. Das ein  paar Mal machen. Das selbe mit links, dabei auch mit rechts abstützen. Ausstrecken. Wieder auf den Rücken legen, Beine angewinkelt, linken Hand hinter den Hinterkopf, Ellenbogen zur Decke. Mit der rechten Hand zwischen den Beinen durch den linken Fuß fassen, beides ein paar Mal zur Körpermitte bewegen (nur ein Stücken), den Kopf wirklich mit der Hand stützen. Dann auch dieses Bein auf die rechte Seite des Arms bringen. Klingt schwierig, man muss auch hier den Körper etwas zusammenrollen und neigen, dann geht das. Nur machen, wenn es nicht weh tut! Ausstrecken, das ganze mit dem linken Arm und rechten Fuß/Bein machen. Ausstrecken. Wieder kurz die Übung im Sitzen, immer drauf achten, was sich genau bewegt.

Dann sind wir wieder in unsere Clowns gegangen, haben uns überlegt, in welcher Stimmung die wohl sind. Haben dann angefangen, uns erst mit Gesten, dann mit Worten zu begrüßen, immer schön in der Rolle mit der Macke, die sie zum Clown macht. Dann auch zur Begrüßung umarmen – aber nur, wenn wir es auch wirklich wollen, vielleicht mag der eigene Clown den anderen ja nicht. Oder so. Und dann sollten wir uns auch so verhalten, als wären wir auf einem Clownstreffen und würden lauter alte Bekannte treffen und uns richtig freuen, dann mit Misstrauen, eher aus Höflichkeit begrüßen und dann mit fast schon Hass, sind schließlich Konkurrenten.

Dann haben wir ein Spielchen gespielt, dass wir zu je sechst oder siebt in einer Reihe standen und Stille Post mit Mimik gespielt haben. Die erste Person hat sich einen Gesichtsausdruck ausgedacht, die zweite hat ihn dann kopiert, dann die dritte Person von der zweiten und immer so weiter. Die zweite Version war dann, dass die erste Person sich wieder etwas ausdenkt, die nächste Person es aber nicht einfach kopiert, sondern sich überlegt, welchen Gefühlszustand das ausdrücken soll und diesen in einer eigenen Mimik, Gestik, Körperhaltung ausdrückt. Und das eben auch die Reihe durch, das verändert sich schon ganz schön… ist auch toll anzugucken.

Irgendwann dann so war Mittagspause und danach haben wir damit weitergemacht, dass wir uns einen Partner gesucht haben und mit diesem „Spiegel“ gespielt haben. D.h. einer macht Bewegungen, erst mal sehr langsam, und der andere muss sie kopieren, als ob er in einen Spiegel schauen würde. Dann war mal Wechsel und dann sollten wir es auch selbständig ohne Absprache mittendrin einfach immer mal wechseln, wer führt, die Bewegungen auch schneller machen. Das war sehr interessant, hat bei uns allen ziemlich gut geklappt (Verena Bukal war beeindruckt).

Ein ähnliches Spiel haben wir dann als Gruppe gespielt. Einer ist rausgegangen, die anderen haben sich ein Instrument überlegt, in einen großen Kreis gestellt und jemanden ausgewählt, der führt. Der Rest musste nun die Bewegungen des Spielen des Instrumentes kopieren. Die Person von draußen wurde wieder hereingeholt, sollte sich in die Mitte stellen und nun herausfinden, wer führt. Derjenige musste aber auch irgendwann das Instrument wechseln, die anderen eben möglichst gleichzeitig und genau folgen. Zu erkennen, wer da führt, kann ganz schön schwer sein. Wir haben es dreimal gespielt und es hat doch jedes Mal einige Zeit gedauert, bis der Führende gefunden wurde.

Nächste Übung – erinnert ein bisschen an Topfschlagen. :D Denn wie bei dem Kinderspiel immer Heiß oder Kalt gerufen wurde, je nachdem, wie weit man vom Topf weg war, gibt es hier alles von BUH! bis Applaus + Jubeln. Das funktionierte so: Einer ist wieder rausgegangen, die anderen haben sich etwas überlegt, wie zum Beispiel Autorennen fahren, das der andere dann durch ausprobieren herausfinden musste. D.h. er stellt sich auf die Spielfläche, fängt mit irgendetwas an, und die Zuschauer rufen entsprechend Mh… oder Jaaa! oder was auch immer, um zu zeigen, ob das Vorgeführte etwas mit der gesuchten Tätigkeit zu tun hat, welche Bewegung/Haltung gut ist, welche nicht usw. Wir haben es zweimal gespielt, war sehr lustig.

Danach haben dann einzelne Personen eine kleine Situation bekommen (die die anderen nicht kannten) und sollte diese (ohne Text) möglichst echt spielen. Das wurde dann immer mal unterbrochen, weil die Spieler angefangen haben, „ins Publikum zu telefonieren“ oder „zu kommentieren“, d.h. nur so zu tun, als ob man etwas täte und es besonders deutlich zu machen, um dem Publikum mitzuteilen, was man tut. Z.B. ewig in den Hosentaschen kramen (ins Publikum telefonieren) und genervte Laute (kommentieren) von sich geben, bis man irgendwann den Stift hervorzieht – damit auch dem Letzten im Publikum klar ist, dass gerade ein Stift gesucht wurde. Nicht gut. Das haben wir auch immer besprochen, die anderen Übungen und ihren Zweck auch, das ist immer sehr interessant und man lernt doch einiges dabei.

Dann sind wir noch in die Gruppenarbeit gegangen und haben einen kurzen Text bekommen, den wir dann als Szene in 10 Minuten inszenieren und dann vorspielen sollten. Dabei kam es dann auf die Wendepunkte an. Z.B. gab es den Text, dass drei Freunde zufrieden auf einer Waldlichtung sitzen, dann wird es aber kalt, man macht ein Feuer, dann fängt es aber so stark an zu regnen, dass das Feuer wieder ausgeht. Das hat Spaß gemacht. ^-^

Am Ende war dann noch die Besprechung, die auch immer sehr interessant sind, wir haben auch noch ein paar kleine Geschichten aus den Theatererfahrungen von Verena Bukal und Martina Droste erfahren, auch sehr interessant und lustig und haben dann letztendlich sogar 40 Minuten überzogen. Außerdem soll es von diesem Workshop einen zweiten Teil geben, auf den ich mich schon sehr freue. :)

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Ein Kommentar zu “Schauspielen – Workshop ‚Grundlagen der Schauspielkunst mit Verena Bukal und Martina Droste‘

  1. Pingback: Schauspielen – Workshop “Spielen mit dem Körper” mit Martina Droste und Jan Breustedt | dreams on their way to reality

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