Schauspielen – offenes Schauspieltraining VII

 

Letzten Monat bin ich auch schon beim offenen Schauspieltraining gewesen, habe aber zum ersten Mal nichts dazu geschrieben. Das lag daran, dass ich nach der Sommerpause einfach nicht drangedacht hatte und bis es mir wieder eingefallen war hatte ich schon vergessen, was wir eigentlich gemacht hatten… ‚tschuldige. Aber jetzt war im am Donnerstag wieder da und das haben wir gemacht:

Als erstes haben wir uns erst einmal kurz alle vorgestellt, weil auch einige zum ersten Mal dabei waren. Und wir waren ernsthaft 30 Leute. 30! Das war an diesem Tag aber glücklicherweise kein Problem, weil die erste Übung mit so vielen Personen tatsächlich besser ging und danach haben wir uns dann in zwei Gruppen aufgeteilt.

Nach der Vorstellungsrunde haben wir dann ein Namensspiel gemacht, wieder das mit dem Ball zuwerfen. (1. Runde: eigenen Namen beim Werfen sagen, 2. Runde: den Namen desjenigen, dem man zuwirft, 3. Runde, den Namen der Person, der als nächstes der Ball zugeworfen werden soll (A wirft zu B, sagt F. B wirft zu F, sagt D. F wirft zu D, sagt C. usw.).

In dem Kreis sind wir dann auch erst einmal geblieben. Eine Person ist in die Mitte gegangen. Dann haben sich andere aus dem Kreis per Blickkontakt verständig, dass sie jetzt die Plätze tauschen werden. Die Person in der Mitte musste dann versuchen, vorher auf dem freigewordenen Platz zu sein. Es konnten natürlich immer mehrere Paare durch den Kreis rennen.

Danach haben wir uns alle irgendwo in den Raum gelegt, die Augen geschlossen, das Licht wurde ausgeschaltet. Wir sollten fühlen, wie wir auf dem Boden liegen und uns vorstellen, dass wir gerade in einer Rakete in den Weltraum fliegen und die Schwerkraft langsam nachlässt. Dabei sollten wir dann daran denken, wie wohl der Morgen vor dem Raketenstart ausgesehen hat – wie wir dort hingekommen sind, wem wir auf unserem Weg begegnet sind, wie wir uns gefühlt haben. Irgendwann waren wir dann auf dem Planeten angekommen und sollten langsam mit unseren Händen testen, wie sich der Boden anfühlt und wie viel Platz wir um uns haben. Dann sollten wir uns genau vorstellen, wie wir aufstehen würden und es dann auch genau so ausführen, aber immer noch mit geschlossenen Augen. Da wir jetzt auf diesem fremden, vollkommen dunklen Planeten waren, sollten wir diesen langsam (mit geschlossenen Augen) erkunden und die anderen fühlen und hören.

Irgendwann wurde dann eine Person zum Alien ernannt und sollte andere auch in Aliens verwandeln. Diese sollten das dann auch lautstark kundtun. Sobald aber zwei Aliens aufeinandergetroffen sind, wurden sie wieder zu Menschen. Irgendwann wurde dann bestimmt, dass wir alle Aliens waren und uns auf einem Punkt versammeln sollten. (Wir haben dann alle irgendwelche Alien-Geräusche von uns gegeben und sind dem gefolgt und so auf einem Haufen gelandet). Daraus sollten wir dann einen Kreis bilden, allerdings durften wir die Hände, die wir einmal festgehalten hatten, nicht mehr loslassen. Nach einiger Zeit haben wir das sogar geschafft. Immer noch mit geschlossenen Augen haben wir uns dann auf den Boden gesetzt und die Anweisung bekommen, dass wir uns jetzt auf einem Invasionsflug zur Erde befinden würden. Irgendwer fing dann an, mit den Fingern auf den Boden zu trommeln und daraus wurde dann ein allgemeines Kriegsgetrommel auf den Boden. Dann kamen wir auf der Erde an und durften unsere Augen wieder öffnen und haben darüber gesprochen.

Ich fand diese Übung sehr interessant. Es fiel mir zu Beginn sehr schwer, die Augen zuzulassen, aber ab einem bestimmten Punkt war es dann einfacher. Außerdem war ich als Mensch immer allen möglichst ausgewichen und habe versucht, niemanden zu berühren – während ich dann als Alien sehr viel schneller viel mehr in die Mitte gelaufen bin und eben versucht habe, jemanden zu verwandeln.

Danach haben wir dann eine kurze Pause gemacht und die Gruppe aufgeteilt. Meine Gruppe ist dann erst noch in einen anderen Raum gegangen. Dieser Raum hatte einen knarzenden Holzfußboden – unsere erste Aufgabe bestand dann darin, so leise wie möglich umherzulaufen. Und eben nicht nur so zu tun, sondern wirklich leise zu laufen. Und immer, wenn jemand ein Geräusch verursacht hat, haben alle andern „SSCHT!“ zu ihm gezischt. Kurz sind wir so laut wie möglich gelaufen, dann wieder leise. Wir sollten uns dann irgendeinen Satz aus einem Gedicht, Theaterstück oder anderem aussuchen. Irgendjemand hat dann angefangen, seinen Satz gesagt – aber so, dass man es wirklich meint, nicht nur so tut. Jemand zweites hat dann darauf geantwortet und die beiden haben kurz miteinander kommuniziert, nur mit diesen beiden Sätzen. Alle sind dabei aber weiter herumgeschlichen. Das haben wir dann alle gemacht und immer ein bisschen variiert.

Für die nächsten Übungen haben wir uns dann nochmal aufgeteilt – eine Gruppe, die spielt und eine Gruppe, die zuschaut. Für die erste Übung haben wir ein Sofa (mit Rollen! :D) auf die Fläche geschoben und einen Stuhl dazugestellt. Die Übung haben wir dann noch ein bisschen variiert und die Gruppen zwischendurch gewechselt, ich schreibe jetzt nur die letzte Version auf. Die Spielenden sind dann über die Fläche gelaufen. Irgendwann kam dann das Signal „Stopp“, alle sind stehengeblieben und die beiden, die am nächsten an den Sitzgelegenheiten waren, haben sich darauf gesetzt. Die stehenden Personen haben dann per Blicken entschieden, wer der beiden anfängt. Diese Person hat sich dann alle Stehenden angeschaut – aber wirklich angeschaut, nicht nur so getan, und nur so lange, wie neue Informationen kamen und es eben gepasst hat. Dann hat sei ihren Satz zum Publikum gesagt und die andere sitzende Person angeschaut. Diese hat dasselbe getan, schließlich haben sich beide Sitzenden kurz angeschaut und sind aufgestanden. Dann ging das ganze von vorne los.

Die nächste und letzte Übung war dann, dass die spielende Gruppe sich rechts und links der Spielfläche aufgestellt hat. Die Leiterin hat uns dann verschiedene Schritte vorgegeben, die wir dann in dieser Reihenfolge ausführen sollten, ohne dass sie sie zwischendurch nochmal wiederholt:

  1. Eine Person betritt die Bühne, sucht sich einen Punkt, stellt sich kurz darauf, geht wieder ab. Dann die nächste Person, bis alle mal auf der Bühne gestanden haben und sich einen Punkt ausgesucht haben.
  2. Die erste Person tritt wieder auf die Bühne, auf den selben Punkt wie vorher auch, dann die nächste usw. bis alle auf der Bühne stehen.
  3. Alle gehen in derselben Reihenfolge wieder ab.
  4. Alle treten gleichzeitig auf ihre Punkte.
  5. Irgendwer fängt an und sagt: „Meine … (z.B. Schwester) lacht immer so: … (irgendeine Art, zu lachen).“ Dann die nächste Person in willkürlicher Reihenfolge, immer weiter.
  6. Irgendwann fangen alle an, ihren Satz gleichzeitig zu sagen.
  7. Wenn dann jemand meint, das wäre genug, tritt er auf eine andere Person zu, alle hören auf. Er/sie sagt: „Deine… lacht immer so:…“ und macht das eben nach. Das dann bei allen Personen (es durfte auch geholfen werden), geht dann ab und Ende.

Das haben wir sogar tatsächlich hinbekommen. Und es war verdammt lustig, weil die verschiedenen Lachen einfach so kreativ und lustig waren. :D

(Für Känguru-Fans: Ich für meinen Teil habe gesagt: „Meine Lieblingsmoderatorin lacht immer so: Hamumumumumu, hamumumumumu“ (Julia Müller, ne?). Sobald ich damit angefangen hatte, haben 1. einige angefangen zu lachen, und 2. ein Mädchen aus meiner Gruppe sich überhaupt nicht mehr einkriegt. Sie kam dann auch kurz danach zu mir und meinte, sie würde die Känguru-Chroniken lieben! Und das war schon toll ;)

Für Nicht-Känguru-Kenner: Hört euch die Känguru-Chroniken von Mark-Uwe Kling an!)

Dann war es auch schon wieder zu Ende und ich musste leider noch vor der Besprechung gehen, weil ich meine Bahn sonst verpasst hätte. Und weil ich so weit weg wohne, wäre die nächste dann auch erst eine Stunde später gekommen und das ist abends dann ziemlich blöd, wenn man noch eineinhalb Stunden Fahrtzeit vor sich hat, auch so schon erst um 22:30 Uhr zu Hause ankommt, am nächsten Tag um 6:00 Uhr aufstehen muss und an dem Tag noch eine dreistündige Deutsch-LK-Klausur schreiben muss…

Aber ich war danach wie immer so glücklich, habe mich so gut gefühlt… ich liebe es einfach, dort zu sein.

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