Schauspielen – offenes Schauspieltraining XI

Und immer noch hänge ich etwas zurück, über das offenen Schauspieltraining zu schreiben, war inzwischen schon wieder eins dazwischen.

Bei diesem hier, vom 23.04., war ich etwas zu spät. Es gab jede Menge Bahnstreiks und eigentlich hatte ich eine Route herausgesucht, bei der alles fuhr – allerdings kam mein einer Zug zu spät, sodass ich den Anschlusszug verpasst habe. Ich war also ca. 10 Minuten zu spät und musste dann nochmal 10 Minuten darauf warten, dass mich jemand abholte und zum Raum brachte. (Wir waren nicht im üblichen Raum und dieses Gebäude ist verdammt riesig und verdammt verwinkelt und man verläuft sich unglaublich schnell.) Ich war allerdings nicht die einzige, die zu spät war. :D

Gegenseitig vorstellen

Verpasst hatten wir auch nicht viel, denn die anderen hatten in der Zeit den Auftrage bekommen, sich jeweils in Zweier- oder Dreiergruppen über die andere Person/-en zu informieren. Das haben das andere Mädchen, das zu spät war, und ich dann auch noch schnell gemacht, glücklicherweise kannten wir uns schon ein bisschen. Dann haben wir uns alle gegenseitig vorgestellt mit den Informationen, die wir herausgefunden hatten.

Durch den Raum laufen, Musik, Folgen, umkreisen, Abstand halten

Danach sind wir wie üblich erst einmal durch den Raum gelaufen und haben diesen und dann die anderen Personen wahrgenommen. Musik wurde eingeschaltet und wir sollten irgendwem folgen, bis wir alle mehr oder weniger in einer Reihe liefen. Dann sollte man sich eine Person aussuchen und diese umkreisen, konnte die Person aber auch wechseln. Die nächste Aufgabe war, sich eine bestimmte Person auszusuchen und den Abstand zu ihr möglichst groß halten, aber immer in Bewegung zu bleiben – und dann möglichst nah zu dieser Person zu kommen. Da sich anscheinend keine zwei Personen gegenseitig ausgesucht hatten, hingen wir am Ende alle auf einem Knäuel zusammen :D

Hände greifen, Impulse weitergeben

Wir haben uns dann in einen Kreis gestellt. Eine Person kam in die Mitte und irgendjemand fing an und musste versuchen, die Hand der Person in der Mitte zu greifen, während diese versuchte, genau das durch Bewegungen des Arms zu verhindern. Das ging immer so weiter, bis wir schließlich eine Kette gebildet hatten. In dieser Kette wurden nun Impulse, wie z.B. Wellenbewegungen weitergegeben und aufgenommen, teilweise sind wir auch wie das Wasser am Strand nach vorn und zurück gelaufen. Dabei hat sich immer mal wieder jemand vom einen Ende der Kette gelöst und sich an das andere Ende angeschlossen.

Gesichtsmuskeln entspannen und aufwärmen + Papperlapapp!

Wieder im Kreis haben wir alle die Augen geschlossen und unsere sämtlichen Gesichtsmuskeln so gut wie möglich durch Grimassen bewegt. Danach dann an der Kieferlinie entlang ausstreichen und von innen nach außen die Stirn ausstreichen. Dann haben wir die Augen wieder geöffnet und der Reihe nach immer wieder „Ooooh“ gemacht, breit gegrinst und einen Kussmund gemacht, immer schneller hintereinander.

Dann kam die Papperlapapp-Runde. Immer sollte das Wort möglichst deutlich ausgesprochen. Erst haben wir es ein paar Mal normal gesprochen, dann mit zusammengebissenen Zähnen, dann mit geschlossenen Lippen, dann mit der Zunge am Gaumen. Dann wieder normal, aber zu jemand Bestimmtem im Kreis, der es dann wieder an jemand anderen weitergegeben hat. Dass sollte dann auch mit viel Energie sein, als wollte man das Wort an die Gegenüberliegende Wand schleudern. Aber immer noch deutlich! Und das dann auch noch mit einer fröhlichen Stimme.

Textarbeit

Wir haben dann in kleineren Gruppen gedichtähnliche Texte bekommen und sollten das dann stimmlich, eventuell auch mit Bewegungen oder anderen Geräuschen darstellen. Wir haben unseren Text abwechselnd, teilweise auch synchron gesprochen – das allerdings improvisiert. Ein paar Sachen haben wir vorher besprochen, wie wir manches betonen wollen und wo wir welche Geräusche machen, aber wer welchen Satz sagt, hat sich dann einfach beim Vorführen ergeben. Das hat sogar erstaunlich gut funktioniert!

Personen-Hände-Füße

Die nächste Übung war wieder spielerisch zum Auflockern. Wir sind durch den Raum gelaufen und irgendwann hat Christine (die Leiterin des Trainings) dann drei Zahlen gesagt. 3-2-3 hieß dann beispielsweise, dass man sich in Gruppen zu drei Personen zusammenfinden sollte und dort höchstens 2 Hände und höchstens 3 Füße den Boden berühren dürfen (andere Körperteile sowieso nicht). Schwierig wurde es dann bei Dingen wie 4-4-2, also vier Personen, höchstens 4 Hände und 2 Füße auf dem Boden. Das ergab dann Konstruktionen mit Handständen, die von Einbeinigen gehalten wurden und anderen, die Huckepack getragen wurden.

Gemeinsam eine Geschichte erzählen

Weiter ging es mit einer Übung für die Kreativität und Spontanität. Wir haben zwei Gruppen gebildet und sind sozusagen gegeneinander angetreten. Christine stand zwischen den zwei Reihen und zeigte immer wieder auf eine Person, die dann dran war. Die erste Person beginnt hierbei, einfach eine Geschichte zu erzählen. Sobald auf die nächste Person gezeigt wird, muss man unterbrechen, aber wenn man mitten im Satz war und die andere Person muss dann, ohne den Satz oder die vorigen Worte zu wiederholen und ohne eine Pause zu machen, die Geschichte weitererzählen. Wer dagegen verstößt, ist draußen. Die Gruppe, bei der am Ende die letzte Person noch im Spiel ist, hat gewonnen.

Dabei kommt halt einfach der größte Schwachsinn bei raus, weil man ja keine Zeit hat, sich etwas Vernünftiges auszudenken, sondern einfach drauf los redet, das Erste, was einem in den Sinn kommt. Das habe ich sogar sehr viel länger hinbekommen, als gedacht. Man darf halt keine Hemmungen haben, irgendwelchen Schwachsinn von sich zu geben, was aber dort beim Schauspieltraining meistens kein Problem ist.

Bei unserer Geschichte kam irgendwie dauernd ein fliegender weißer Wal hinter einem weißen Glas vor, das dann ein Traum war und dann wieder nicht und dann doch wieder… es war auf jeden Fall lustig. :D

Stufenimpro – Fehlinterpretation

Als letztes haben wir noch eine Stufenimpro gemacht. D.h. dass eine Person beginnt und eine Situation spielt. In diesem Fall so lange, bis die das Wort „Fehlinterpretation in einem passenden Zusammenhang sagte und das das Stichwort war, dass die nächste Person dazu kam. Dann wechselte die Situation so einer komplett anderen, bis wieder „Fehlinterpretation“ fiel. Am besten macht man das, bis so fünf Leute spielen, bei mehr wird es schnell unübersichtlich. Genauso geht das Ganze dann auch wieder rückwärts – die Person, die als Letztes dazugekommen ist, verabschiedet sich mit dem Wort „Fehlinterpretation“ auch wieder (im Kontext aber bitte!). Dann wechselst die Situation auch wieder zu der, die es vorher gewesen war. Das geht so weiter, bis nur noch die erste Person auf der Bühne ist und ihre erste Szene spielt, bis auch sie sich mit dem Wort verabschiedet. Man kann das natürlich auch ohne so ein festgelegtes Wort spielen oder eben mit einem anderen.

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