Schauspielen – offenes Schauspieltraining XII

So, jetzt bin ich wieder auf aktuellem Stand. Dieses Schauspieltraining war am 28.05. und ausnahmsweise waren wir mal nur Mädchen.

Namen lernen + Aufmerksamkeit

Begonnen haben wir mit dem inzwischen recht bekannten Namenlernspielchen mit dem Ball. D.h. wir stehen im Kreis. Es gibt drei Stufen:

1. A wirft einen Ball zu B und sagt dabei den eigenen Namen.

2. A wirft den Ball zu B und sagt den Namen von B.

3. A wirft den Ball zu B und sagt den Namen von C, zu der/dem B als nächstes werfen soll. B wirft dann also zu C und sagt den Namen D usw.

Dann hat eine Person begonnen und den Ball (gelb) einer anderen zugeworfen, dabei deren Namen gesagt. Diese Person hat dann zum Zeichen, dass sie bereits einen Ball zugeworfen bekommen hat, die Hand gehoben, und den Ball selbst weitergeworfen. Immer so weiter, bis alle einmal den Ball hatten und so eine feste Reihenfolge feststand. Das sind wir dann noch zweimal durchgegangen, dann kam ein weiterer, diesmal blauer, Ball dazu. Den konnte man dann zu irgendwem werfen (aber bitte den Namen der Person dabei sagen), der gelbe wurde weiterhin in der festgelegten Reihenfolge geworfen. Dann kam noch ein Wasserbecher dazu, der nach rechts weitergegeben wurde. Dabei sollte natürlich versucht werden, dass dieser nicht hinterher auf dem Boden landet, weil jemand einen Ball ungünstig geworfen hat, und alle drum herum nass sind. :D

Laufen, Partner, Folgen, gegenseitig ausbalancieren, Bewegungsabfolge

Wir laufen wieder einmal durch den Raum, nehmen diesen und dann die anderen war. Durch Augenkontakt soll man nun einen Partner finden, zu dem man auf das Signal hin dann hingeht. Die Partner laufen dann durch den Raum. Der eine vorweg, der andere hinterher. Der fordere kann sich plötzlich umdrehen, woraufhin der hintere sich ebenfalls möglichst schnell umdrehen muss und vorweg läuft. Außerdem kann man als vordere Person auch einfach stehen bleiben. Dann malt die hintere einem etwas auf den Rücken und man muss als vordere mit Bewegung und/oder Geräusch darauf reagieren.

Immer noch in denselben Zweiergruppen sollten wir dann Möglichkeiten finden, uns durch Berührungen mit verschiedenen Körperteilen wie Händen, Füßen, Schultern, was auch immer, gegenseitig auszubalancieren. Drei dieser Bewegungen sollten wir uns dann heraussuchen und zu einer Abfolge kombinieren, ohne dass man sich loslässt, also sich immer berührt.

Die Hälfte der Gruppe hat sich dann zum Zuschauen hingesetzt, die andere Hälfte hat es vorgeführt. Und zwar indem die ersten beiden (zu Musik alles) nach vorne gegangen sind, ihre Abfolge gemacht haben, der Rest gefolgt ist. Dann sind die nächsten zwei weiter nach vorne gegangen, haben ihre Abfolge gemacht, der Rest ist gefolgt und beiden den dritten genauso. Bei der anderen Hälfte waren es vier Paare und man hat immer schon angefangen, während die vorigen noch nicht fertig waren. Die Musik war hierbei auch sehr viel fröhlicher, was auch die ganze Performance sehr verändert hat.

Mind-Map Risiko + Text schreiben & mit einarbeiten

Als nächstes haben wir alle für uns selber eine Mind-Map erstellt. RISIKO stand in der Mitte und wir konnten einfach alle Begriffe aufschreiben, die uns dazu einfielen. Dann hat die Person rechts von uns drei Begriffe, die sie davon besonders interessieren, markiert und es dann zurückgegeben. Mit diesen drei Begriffen sollten wir dann einen Text oder ein Gedicht oder etwas anderes schreiben (s. unteres Bild) Dafür hatten wir dann 10 Minuten Zeit.

So sah meine Mind-Map aus:

Das war die Aufgabenstellung, wir konnten uns eine Sache aussuchen oder auch einfach etwas anderes mit den Begriffen schreiben:

Und das war mein Text, der dabei in den 10 Minuten entstanden ist (eigentlich handschriftlich, deshalb ist es auch nicht so lang, aber mein unter Zeitdruck entstandenes Gekrakel wollte ich euch dann doch nicht zumuten…):

„Na los!“ ertönte die genervte Stimme hinter mir.

„Ich kann das nicht! Ich kann einfach nicht!“, brachte ich gerade so unter heftigen Atemstößen zustande. Mein Herz schlug so schnell, dass ich Angst bekam, es könnte gleich einfach aufhören, weil es keine Kraft mehr hat. Das Blut rauschte mir in den Ohren, sodass ich die Worte des Mannes hinter mir kaum noch verstehen konnte.

„Du weißt, dass du das tun musst! Du weißt, dass es notwendig ist! Ich kann dir da auch nicht helfen.“ Die fast gleichgültige Stimme während des letzten Satzes machte mich wahnsinnig wütend, rasend. Ich schaute in den Abgrund vor mir und bewegte mich nicht, aus Angst hinunter zu fallen. Ich schrie meine Wut nach vorne in die Leere.

„Dass du das einfach so sagst! Wer soll denn hier herunterspringen? Du immer mit deiner bescheuerten Risikobereitschaft und dass du mich da auch immer mit reinziehen musst! Verdammt noch mal!“

Der Wind wurde stärker und verschluckte die Antwort meines Kumpels. Dass ich mich aber auch immer mit in so etwas hineinziehen ließ! Jetzt hatte ich den Salat.

Spaß hatten wir haben wollen. Spaß. Das hier war die reinste Hölle! Ich wollte nur etwas Entspanntes unternehmen. Aber nun stand ich hier mit Höhenangst an einem Abgrund, nur befestigt an einem verdammt dünnen Gummiband und sollte springen.

Wie zum Teufel war ich nur in diese beschissene Situation geraten!?

Dann sind wir wieder in unsere Zweiergruppen von vorher gegangen und haben unsere Texte oder Teile davon mit der Performance verbunden. Das haben wir dann auch wieder der anderen Hälfte der Gruppe vorgestellt, wie zuvor, nur dass der Text diesmal die Musik ersetzt hat und eben alles nacheinander war, damit man auch alles verstehen kann. Das hat wirklich toll gewirkt, weil die Personen durch dieses System auch immer weiter auf die Zuschauer wie eine Wand zu gerückt sind und teilweise auch durchaus Wut mit hineingebracht haben.

Impro zu zweit

Nach der Pause haben wir zum Abschluss noch eine Improvisations-Übung gemacht. Dazu saßen wir alle auf Stühlen in einem großen Kreis. Irgendjemand konnte dann einfach aufstehen, auf eine andere Person zugehen und mit dieser eine kleine Impro beginnen. Dabei sollte auf jeden Fall das Ziel, die Absicht, mit der man in die Situation hineingeht, nicht vergessen werden.

Dann musste ich leider gehen, um meine Bahn noch zu bekommen, aber die anderen haben sich dann noch gegenseitig ihre Texte vorgelesen und die Abschlussbesprechung gemacht.

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Ein Kommentar zu “Schauspielen – offenes Schauspieltraining XII

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