Sonstiges – Eine etwas verlängerte Geschichtsexkursion…

Nun. Wir waren gestern mit unserer gesamten Stufe (12. Klasse) auf einer Geschichtsexkursion nach Nürnberg, zum Reichsparteitagsgelände. Leider lief nicht alles ganz so wie geplant… Ich habe mir währenddessen immer ein paar Notizen gemacht, die ich hier zu einer Art Tagesablauf mit den wichtigsten/interessantesten Wendungen/… zusammengestellt habe.

07:15 Uhr – Treffpunkt an der Schule in Ort A, ich bin noch nicht da, weil mein Bus erst später fährt, niemand kann mich fahren.

07:32 Uhr – Ich komme auch an, fast alle anderen sind bereits da. Nur eine Person fehlt noch. Wer ist das wohl? Nein, kein Schüler. Einer der Lehrer. Meiner. Der, der uns zuvor immer mal wieder gesagt hat, wir sollten auch ja nicht zu spät kommen. Die anderen Lehrer wissen auch nicht, wo er bleibt.

07:45 Uhr – Alle sitzen in den zwei Bussen, mein Lehrer ist immer noch nicht da. Die anderen entscheiden, dass wir jetzt ohne ihn fahren, weil wir sonst zu spät zu unserer Führung kommen. Der Kurs findet das natürlich sehr lustig und freut sich. Los geht’s mit der dreistündigen Busfahrt.

11:00 Uhr – Unsere Führung würde genau jetzt beginnen. Wir sind noch unterwegs.

11:20 Uhr – Wir sind 2 Kilometer von unserem Ziel entfernt. Unser Bus fährt plötzlich ganz langsam. Wir fangen an, uns zu wundern. Der Lehrer, nennen wir ihn Hr. X, fragt beim Busfahrer nach, was denn los sei. Die Gangschaltung ist hin, der Bus fährt nur noch im ersten Gang. Lustig. Wir halten an, der Busfahrer versucht, den Bus zu reparieren. Ein lauter, hoher Ton dringt durch den Bus und die Köpfe der Insassen. Weniger lustig.

11:25 Uhr – Der andere Bus wird verständigt. Er fährt erst zum Ziel mit der anderen Gruppe (noch 1,5 Kilometer), kommt dann wieder um, um uns abzuholen.

11:40 Uhr – Wir werden endlich abgeholt. Alles umsteigen.

11:45 Uhr – Wir kommen an. Viel zu spät für die Führung natürlich. Wir teilen uns in drei Gruppen auf, die Führung beginnt.

12:56 Uhr – Die verkürzte Führung ist vorbei. Am Ende hatten wir noch die Möglichkeit, uns auf die Zeppelintribüne zu stellen, genau da, wo auch mal Hitler gestanden hat. Vermittelt irgendwie einen leicht falschen Eindruck. Man hört Aussagen wie „Ich stehe genau da, wo auch Hitler mal gestanden hat!“ Dass Hitler wie ein Promi behandelt wird, hatten wir in Deutschland irgendwie schon einmal. Braucht man jetzt nicht wirklich nochmal. Aber der Rest der Führung war gut. Ursprünglich wurde uns gesagt, wir hätten dann nach der Führung noch bis 13:00 Uhr Zeit, unsere Mittagspause zu machen. Haha. Jetzt haben wir noch vier Minuten und müssen in der Zeit eine ziemlich weite Strecke zurücklaufen, haben noch nichts zu Essen gekauft.

13:15 Uhr – Wir haben uns trotzdem etwas zu Essen gekauft. Die Ersten trudeln am Eingang des Dokumentationszentrums ein, besuchen die Toilette, holen sich ihre Audio Guides ab und beginnen den Rundgang.

13:30 Uhr – Wir bemerken, dass der Audio Guide im Deutschen bis auf die Vertonung zu den laufenden Videos eigentlich nur exakt den Text vorliest, der auch auf den Informationstafeln steht. Wow.

14:30 Uhr – Die meisten sind durch. Viel Neues haben wir nicht erfahren. Wir setzen uns in den Essbereich oder nach draußen. Um drei Uhr soll unser Bus fahren. Wir reden – noch gut gelaunt, eher scherzhaft – darüber, ob wir überhaupt nach Hause kommen, der Bus ist schließlich kaputt gewesen.

15:00 Uhr – Der Bus ist nicht da. Mehr Informationen haben wir auch nicht.

15:15 Uhr – Hr. X informiert uns, dass die eine Hälfte mit dem heilen Bus schon fahren kann. Der Rest muss noch warten, bis der Bus repariert ist. Das Busunternehmen meinte, das wäre so um 16:00 bis 16:30 Uhr der Fall. Sie würden sich nochmal melden. Große Begeisterung beim zurückgebliebenen Rest, dass wir jetzt eine Stunde warten müssen. Wir beschließen, an den See zu gehen. Nein, ist nicht schön da, wieder zurück. Wir fangen an, Karten zu spielen. Draußen auf dem Boden. Immerhin ist schönes Wetter, die Hitze ist mit den im Vergleich zu den letzten Tagen schon kalten 32°C gut aushaltbar.

16:35 Uhr – Immer noch kein Bus da. Neue Informationen: Der Bus bleibt kaputt. Ein neuer muss her. Sie schicken einen aus unserem Wohnort A. Bedeutet: 3 weitere Stunden warten. Große Aufregung, viele informieren ihre Eltern per Anruf, andere überlegen, ob sie auch mit Bahn oder Taxi nach Hause kommen. Nein. Zu weit, zu teuer, keine Aufsicht, geht nicht.

16:50 Uhr – Neue Informationen. Eventuell können sie einen Bus aus Nürnberg nehmen. Aber wo kommt der Busfahrer her?

16:55 Uhr – Nein, funktioniert nicht. Wir müssen definitiv warten. Um 19:30 Uhr soll der Bus bei uns ankommen. Also gehen wir an einen schattigen Weg zwischen See und kleiner Wiese, bevor dann Häuser bzw. eine Gaststube beginnen. Auf der anderen Seite des nicht allzu großen Sees hat man einen guten Blick auf das Reichsparteitagsgebäude, das nie fertig gestellt wurde und allein der Propaganda Hitlers dienen sollte. Der Außenbereich/Biergarten des Restaurants auf der anderen Seite des Weges trägt den Namen „Volksgarten“.  … … … . Nun. Da scheint etwas schief gelaufen zu sein, bei der Namensgebung oder der Ortswahl.

17:00 Uhr – Kleine Informationsversammlung unseres restlichen Jahrgangs auf der Wiese. Der Schulleiter hat inzwischen genehmigt, dass wir am folgenden Tag die ersten beiden Stunden frei bekommen, da der Ausflug so lange dauert. Well. Betrifft mich nicht, ich habe da sowieso keinen Unterricht, aber ist ja schön für die anderen. Ein paar Regeln werden aufgestellt. Wir können tun, was wir wollen, Essen gehen, alleine die Stadt anschauen (sehr locker und cool drauf, der Hr. X, *Daumen hoch*), auf dem See Tretboot fahren, was wir wollen. Nur nicht Schwimmen gehen. Die Begründung, warum wir keinen Alkohol trinken dürfen: Wenn wir betrunken sind, sind wir zu anstrengend. :D

17:05 Uhr – Meine Freundin – nennen wir sie Y – und ich fahren jetzt Tretboot. Eine halbe Stunde zu zweit kostet 6€. Ist okay. Hach schön.

17:10 Uhr – Die Hälfte der anderen befindet sich nun auch auf dem See. Es ist heiß. Alle fangen an, sich auszuziehen. Die Jungs sitzen ausnahmslos oberkörperfrei in ihren Tretbooten, die Mädchen fast alle in BH. Sonnencreme wird von Boot zu Boot geworfen. Gut, dass die Flasche schwimmt.

17:50 Uhr – Wir bekommen Hunger. Schauen auf die Karte des Restaurants – ist alles so viel. Und kostet dann natürlich auch mehr.

18:00 Uhr – Wir begeben uns auf die Suche nach einem Bäcker. Lassen uns den Weg beschreiben und laufen los – in der Hoffnung, dass er noch offen hat.

18:10 Uhr – Wir haben auf dem Weg eine Pizzeria gefunden und sind geblieben. Ich teile mir mit Y eine Pizza. Während wir auf das Essen warten, gehen wir doch noch auf die Suche nach dem Bäcker, um etwas zu Trinken für die Fahrt zu kaufen. Wir finden zwar keinen Bäcker, aber andere Imbissbuden, die Getränke verkaufen. Auch gut. Wieder zurück, unser Essen ist schon da, aber noch heiß. Perfekt.

18:40 Uhr – Der Bus ist – ganze 50 Minuten früher – jetzt doch schon da. Wir sitzen noch draußen und essen unseren Pizza. Tja. Müssen die anderen halt noch ein bisschen länger warten. Wir essen auf, besuchen die Toilette, bezahlen, gehen zurück.

19:05 Uhr – Alle sitzen jetzt im Bus, Anwesenheit wird kontrolliert. Wir waren zwar die Letzten, aber die anderen haben kaum gewartet, keiner ist sauer. Wie schön. Wir fahren endlich los. Aber eigentlich war es sogar ziemlich schön dann noch – durch diese ungewollte Verlängerung des Ausflugs hatten wir wenigstens das Gefühl, dass die lange Fahrt sich auch gelohnt hätte.

19:45 Uhr – Ich verbringe die Zeit im Bus wie auch auf der Hinfahrt – mit Reden (eher wenig), Musik hören und Träumen, Lesen. Dann wird ein Zettel herumgereicht, jeder unterschreibt. Darauf stehen ein paar Dankessätze an Hr. X, dass er so nett und ruhig geblieben ist und mit uns geduldig gewartet hat. Wir übergeben ihm den Zettel, alle klatschen. Er freut sich sichtlich, bedankt sich einige Male und meint, es hätte ihm auch Spaß gemacht. Wie schön. :)

22:10 Uhr – Wir sind wieder in A an unserer Schule angekommen.

22:30 Uhr – Ich bin endlich zu Hause. Habe meinen Hip-Hop Kurs verpasst (nachdem ich die letzten beiden Male krankheitsbedingt und arbeitsbedingt auch schon nicht da gewesen bin) und die Abendplanung kann ich auch in die Tonne kloppen. Fertig machen, Sachen hinschmeißen, schlafen gehen.

Insgesamt habe ich den Tag aber als positiv in Erinnerung, war schon viel Schönes dabei, dass ich sonst nicht erlebt hätte. :) Und was wäre ein Schulausflug schon, ohne dass etwas schief geht?

Advertisements

5 Kommentare zu “Sonstiges – Eine etwas verlängerte Geschichtsexkursion…

  1. Ach Gott :D Schön, dass du das so locker nimmst, ich glaub, ich wäre da schon wenigstens einmal ausgerastet ;)
    Ich war noch nie in Nürnberg, scheint aber recht schön und ruhig da zu sein, oder?

    • :D Ja, als ich erfahren habe, dass wir noch weitere 3 Stunden auf den Bus warten mussten, habe ich mich auch erst mal aufgeregt, aber dann haben wir eben einfach das Beste draus gemacht und es war dann ja auch wirklich noch schön. :)
      Ja, zumindest in dem Teil, in dem wir waren, war es schön und ruhig. :)

  2. Herrlich! :D

    Als Nürnberger kenne ich die beschriebenen Orte natürlich sehr gut. Muss ein komisches Gefühl gewesen sein dort zu stranden. Immer eine nette Ecke, wenn auch ziemlich weit weg von der Innenstadt. Aber viel Natur, Wasser und so. Und ihr habt ja anscheinend das Beste draus gemacht… ;)

    • :D
      Achso! War mir gar nicht bewusst, dass du daher kommst. Aber ja, ist schon schön dort, das Wetter war toll, wir haben die zusätzliche Zeit gut genutzt. :)

  3. Pingback: Media Monday #210 | Filme, Bücher & mehr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s